Servicegruppe Modelltierlaboratorium


In der Tierzuchtforschung werden Labormäuse für Untersuchungen mit Modellcharakter verwendet, um standardisiert, kostengünstig und zeitsparend grundsätzliche physiologische und genetische Erkenntnisse beim Säuger abzuleiten.

Das Modelltierlaboratorium ist als Servicegruppe dem Institut für Genetik und Biometrie zugeordnet.

Die Dummerstorfer Mauslinien sind weltweit einmalig, wenn man Anzahl der Generationen sowie Vielzahl und Ausmaß der Veränderungen der Selektionsmerkmale betrachtet. Der wissenschaftliche Wert solcher Langzeitselektionslinien ist erst dann gebührend zu würdigen, wenn man sich klarmacht, dass ein entsprechendes Selektionsexperiment mit Rindern gut 600 Jahre dauern würde.

Die Haltung von bis zu 6.000 Mäusen erfolgt in einem spezifiziert pathogen freien Haltungssystem (SPF) mit definiertem Hygienestatus und gewährt internationale Standards für die artgerechte Haltung von Labormäusen.

Die direkte Einbindung der Mausmodelle in Fragestellungen der Nutztierbiologie am FBN wird durch kurze Generationszyklen von Mäusen begünstigt. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in der Kontrolle und Untersuchung der physiologischen Mechanismen von Wachstum und Differenzierung, Fett- und Muskelansatz, reproduktiver Fitness und Nutzungsdauer. Langzeitselektionslinien und transgene Tiermodelle dienen der Aufklärung von physiologischen und genetischen Prinzipien der Regulation tierischer Leistungen.

Die vorhandenen Langzeitselektionslinien wurden seit den 70er Jahren bis heute kontinuierlich auf nutztierrelevante Merkmale gezüchtet wie z.B. hohe Fruchtbarkeit (190 Generationen), hohes Wachstum (180 Generationen) und hohe Ausdauerbelastbarkeit (140 Generationen). Wegen der Kontinuität der Selektion, der Höhe der erreichten Merkmalsdifferenzierung, der verwendeten Populationsgrößen, der Qualität der Dokumentation und umfassenden Liniencharakterisierung werden die Langzeitselektionslinien von nationalen und internationalen Forschergruppen geschätzt und genutzt.

Die Erstellung des Stammes erfolgte durch systematische Kreuzung folgender Ausgangslinien:

Selektionserfolge nach 47 Jahren Züchtung

Züchtung auf hohes Reproduktionsvermögen

verglichen mit der unselektierten Kontrolle FZTDU

Züchtung auf hohes Wachstum

verglichen mit der unselektierten Kontrolle FZTDU

Züchtung auf hohe Ausdauerbelastbarkeit

verglichen mit der unselektierten Kontrolle FZTDU