Fortpflanzungsbiologie – Programm


Hohe und stabile Befruchtungsraten bei gleichzeitiger Reduzierung vor- und nachgeburtlicher Verluste, sowie die Erhöhung der Vitalität der Nachkommen sind ökonomisch relevant und entsprechen den ethischen Anforderungen an eine tiergerechte und nachhaltige Landwirtschaft.

1. Arbeitsgebiet – Regulationsmechanismen des Reproduktionszyklus

Der Ovarialzyklus wird durch ein komplexes Netzwerk hormonaktiver Zellen und Gewebe gesteuert. Seine Funktion hängt aber auch stark von der Stoffwechselsituation des Tieres (Ernährung, Laktation etc.) und von Umwelteinflüssen (Haltungsbedingungen, Stress, endokrine Disruptoren etc.) ab. In diesem Arbeitsgebiet werden Faktoren und Regulationsmechanismen des Ovarialzyklus vergleichend im Hinblick auf genetische Variabilität und unterschiedliche Umweltbedingungen untersucht, um die zugrundliegenden Prozesse besser zu verstehen und Fruchtbarkeitsstörungen zu vermeiden. Dies soll auch dazu dienen, reproduktionsbiotechnische Verfahren (IVM, AI, Zyklussynchronisation etc.) zu beurteilen und zu verbessern.

2. Arbeitsgebiet – Keimzellreifung

Als Voraussetzung für die Entstehung gesunder Nachkommen müssen Keimzellen exakt regulierte Differenzierungsschritte in einer zeitlich fein abgestimmten Reihenfolge durchlaufen. Ziel dieses Arbeitsgebietes ist es, diese komplexen Regulationsprozesse mit biochemischen, zellbiologischen und molekularbiologischen Methoden anhand der Aktivität spezifischer Glykane, Proteine und Signalwege näher zu untersuchen. Das erarbeitete Wissen soll zu einem besseren Verständnis der Mechanismen führen, die der Entwicklung befruchtungsfähiger Eizellen und Spermien zugrunde liegen.

3. Arbeitsgebiet – Embryo-maternale Interaktionen und Trächtigkeit

Die Stoffwechselleistungen des Uterus, seine Blut- und Nährstoffversorgung sowie der Stoffaustausch zwischen dem mütterlichen und fetalen Organismus sind für die Entwicklung gesunder Nachkommen wesentlich. Fehlerhafte Interaktionen zwischen Embryo (Konzeptus) und weiblichem Reproduktionstrakt sowie ungenügende Stoffwechselleistung der Gebärmutter sind häufige Ursachen frühembryonaler Mortalität sowie fetaler Wachstumsretardierungen. Zielstellungen in diesem Arbeitsgebiet sind die Aufklärung von Wirkmechanismen der Implantation, des lokale Einflusses des uterinen Milieus und der Auswirkung endogener und exogener Faktoren auf den Trächtigkeitsverlauf und die embryonale und fetale Entwicklung.

4. Arbeitsgebiet – Reproduktionsimmunologie

Es werden immunmodulatorische Mechanismen untersucht, die während der Befruchtung, und während der Etablierung und Erhaltung einer erfolgreichen Trächtigkeit stattfinden. Darüber hinaus stehen die Synthese und der Transfer von bioaktiven Molekülen vom Muttertier zum Neugeborenen im Fokus des Interesses.