Ernährungsphysiologie – Programm


Identifizierung von Regulationsmechanismen der Nährstoffumwandlung im Stoffwechsel von Nutztieren – Beitrag zu einer ressourcenschonenden und tiergerechten Ernährung 

Die Arbeitsgruppen des Instituts für Ernährungsphysiologie arbeiten gemeinsam und in Kooperation mit den anderen FBN-Instituten auf zwei Forschungsfeldern. Die Untersuchungen erfolgen auf der Basis einer systemischen Betrachtungsweise auf Ebene des Gesamtorganismus, an ausgewählten Organen sowie auf der Zell- und molekularen Ebene.

1. Einfluss von perinataler Ernährung auf Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden

Der Übergang vom prä- zum postnatalen Leben (Geburt und Schlupf beim Geflügel) und die Entwöhnung von der Milch stellen belastende Situationen im Leben von Tieren dar.

Eine tier- und entwicklungsgerechte Ernährung ist hier von großer Bedeutung und kann für das Überleben und die Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Darüber hinaus können durch intrauterine und früh-postnatale Ernährungsfaktoren permanente Änderungen von Funktion oder Struktur ausgelöst werden (Programmierung).

Wir erforschen deshalb die Effekte früher Ernährung auf Entwicklung, Stoffwechsel, Gesundheit, Immunsystem und mikrobieller Besiedlung bei Kälbern (Abteilung Endokrine Stoffwechselregulation, Abteilung Stoffwechseleffizienz) und Ferkeln (Abteilung Ernährungsabhängige Stoffwechselprogrammierung).

Darüber hinaus untersuchen wir auch, ob sich durch spezifische Nährstoffsupplementierung bei Küken die Wirt-Pathogen-Interaktion modulieren lässt. Ziel ist es, Ursachen für die Variabilität der Entwicklung aufzuklären, um daraus Fütterungs- und Managementempfehlungen für junge Nutztiere abzuleiten.

2. Stoffwechseladaptation und -effizienz unter verschiedenen Umwelt- und Ernährungsbedingungen

Milchkühe sind hohen physiologischen Anforderungen ausgesetzt, die durch haltungs- und umweltbedingte Faktoren noch verstärkt werden, wobei es jedoch eine große Variabilität im Anpassungsvermögen an die Belastungen (funktionelle Biodiversität) zwischen den Tieren gibt. Gleichzeitig ist eine effiziente Umwandlung von Nährstoffen in tierische Produkte von großer Bedeutung, insbesondere vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen und des Klimawandels.

Wir untersuchen die unterschiedlichen Anpassungsstrategien von Milchkühen an die Stoffwechselbelastung im peripartalen Zeitraum und deren Auswirkungen auf Regulationsmechanismen des Energie- und Intermediärstoffwechsels (Abteilung Endokrine StoffwechselregulationAbteilung Ernährungsabhängige Stoffwechselprogrammierung, Arbeitsgruppe Zelluläre Nährstoffsignale) sowie auf die Futteraufnahme und das Immunsystem (Abteilung Stoffwechseleffizienz). Dabei interessieren uns die bedarfsgerechte Versorgung mit Nähr- und Wirkstoffen und die Stoffwechselbelastung unter erhöhter Umgebungstemperatur.

In weiteren Projekten beschäftigen wir uns mit der Interaktion nutritiver, mikrobieller und physiologischer Faktoren im Hinblick auf die Energieeffizienz und die Methanemission (Abteilung Stoffwechseleffizienz, Abteilung Endokrine Stoffwechselregulation).