Viertelgemelkszellzahlen zur Früherkennung von (mastitis)erkrankungsgefährdeten Milchkühen (MC-Predict)
Kontakt: Dr. med. vet. Doreen Becker
Laufzeit: 2025-2028
Förderung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Zusammenfassung:
Die zunehmenden Antibiotika-Resistenzen, die u.a. durch den Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung entstehen, stellen eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar und sind damit ein wichtiger Faktor in One- Health-Konzepten. Bei Milchrindern werden die meisten Antibiotika zur Mastitis-Bekämpfung eingesetzt. Zudem haben eine Reihe von Mastitiserregern Krankheitspotential auch für den Menschen. Eine frühzeitige Erkennung von krankheitsgefährdeten Tieren und deren gezieltem Management, kann den Antibiotika-Einsatz und nachfolgend antimikrobielle Resistenzen reduzieren. Bisherige Forschungsprojekte wiesen auf die Viertelgemelkszellzahl als vielversprechenden Biomarker zur Erkennung mastitisgefährdeter Tiere hin. Dieser Biomarker soll in diesem Projekt auf Praxistauglichkeit in Milchkuhbeständen geprüft werden. Dazu werden Kühen in der Frühlaktation spezifische Milchproben entnommen, die auf Zellgehalt und grob mikrobiologisch auf Pathogene untersucht werden. Die Daten werden zusammen mit Umweltparametern in der ersten Projektphase mit Krankheitsinzidenzen verglichen, um den Biomarker-Charakter in einer Praxispopulation zu verifizieren. Milch auffälliger Tiere, z.B. mit einer Kollagenase-negativen Staphylokokken-Besiedlung, wird den Projektpartnern zur weiteren Charakterisierung zur Verfügung gestellt. Im zweiten Projektteil soll die Biomarker-Information genutzt werden, um in den Milchrindbeständen ein pro-aktives Gesundheitsmanagement von potentiell betroffenen Tieren zu erproben.