Projekt


BioFeSt - Identifizierung von Risikofaktoren und Etablierung von Bioindikatoren für Ferkelsterblichkeit unter ökologischen Haltungsbedingungen in verschiedenen Schweine-Genotypen

Kontakt: Quentin Leon Sciascia, Ph.D.

Laufzeit: 2025-2028

Förderung: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Zusammenfassung:

In BioFeSt werden Ansätze für eine Reduzierung der Ferkelverluste in ökologischen Haltungen erarbeitet, indem Zusammenhänge zwischen Biomarkern für die allostatische Belastung, d. h. die kumulativen Auswirkungen von chronischem Stress, auf die Ferkelsterblichkeit untersucht, und Risikofaktoren identifiziert werden. Dazu werden bei trächtigen und laktierenden Sauen über mehrere Paritäten an Tagen unterschiedlicher Stressbelastung aus Speichel- und Blutproben Biomarker gewonnen (Cortisol, Cholesterin, Low-Density-Lipoprotein, High-Density-Lipoprotein, Triglyzeride, Kreatinin und Glukose). Dies wird zunächst in einem laufenden Modellversuch am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) an der Deutschen Landrasse und dem Deutschen Sattelschwein durchgeführt, um u.a. zu klären, welche Marker in welchem Probenmaterial und gemessen zu welchen Zeitpunkten besonders aussagekräftig sind. Basierend darauf werden dann die vorgeschlagenen Biomarker in ökologischen Praxisbetrieben untersucht (PIC, Deutsche Landrasse, Deutsches Sattelschwein, Kreuzungen), um ihre Praxistauglichkeit zu testen. Mittels Videodaten werden Mütterlichkeit der Sauen, Häufigkeit des Säugens der Ferkel und Reaktionen der Sauen auf Ferkel in Notlagen bewertet, sowie Daten zur Gesundheit, Körpergewicht und Körperkondition von Sauen und Ferkeln, sowie zur Laktation, Fütterung, Einstreueigenschaften, und Gesäugezustand der Sauen und zur Ferkelsterblichkeit erhoben. Dadurch sollen Sauen, die eine hohe allostatische Belastung zeigen und potentiell ein erhöhtes Risiko für Ferkelsterblichkeit aufweisen, frühzeitig identifiziert werden können, um unterstützende Maßnahmen einzuleiten. Die Arbeiten werden in enger Abstimmung mit Praxispartnern, Zuchtverband und Agrarberatung durchgeführt mit dem gemeinsamen Ziel, Ferkelverluste zu verringern. Zusammen mit den BÖL-Projekten ProFerkel und OHFOES werden Felddaten nach vergleichbarem Schema erhoben und damit eine bessere Übertragbarkeit in die Praxis erreicht.