Projekt


AUTOGERI - Automatisiertes System zur Unterstützung der Gesundheitskontrolle bei Rindern

Kontakt: Dr.-Ing. Peter-Christian Schön

Laufzeit: 2015-2018

Förderung: Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern

Zusammenfassung:
Durch den Zuchtfortschritt in der Milchrind Zucht ist die Milchleistung einer Milchkuh pro Jahr von 4700 kg im Jahre 1990 auf ca. 9000 kg heute gestiegen. Die Steigerung der Milchleistung verlangt auch Veränderungen in der tier- und leistungsgerechten Haltung und erfordert vom Landwirt einen erhöhten Managementaufwand für die Hochleistungskühe. Um diese Anforderungen bewältigen zu können, setzen die Landwirte zunehmend auf technische Hilfsmittel z.B. automatische Melksysteme, Brunstdetektoren und Futtermischanlagen. Hinzu kommt die veränderte Einstellung der Gesellschaft zur Landwirtschaft. Diese spiegelt sich vor allem in der Forderung nach tiergerechter Haltung, Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, Verringerung des Arzneimitteleinsatzes und kostengünstigen Lebensmitteln wieder. Das erfordert den Einsatz immer effektiverer Systeme zur Gesundheitsüberwachung und zum Management der komplexen Abläufe in der Tierhaltung. Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines multimodularen Gerätesystems, welches tierindividuelle Informationen über Wiederkau-, Vokalisations- und Aktivitätsverhalten automatisch erfasst und Verhaltensänderungen erkennt. Dies soll einen möglichst umfassenden Überblick über die Tiergruppe bis zum Einzeltier ermöglichen. Der Vorteil gegenüber bestehenden Systemen ist die multiparametrische Betrachtung, während bisherige Systeme in der Regel Einzelparameter, wie z.B. Wiederkau- und/oder Bewegungsaktivität auswerten, erfasst das Gerätesystem auch einen beim Rind wenig erforschten Parameter die Vokalisation. Die Analyse der Vokalisation mit entsprechender Decodierung einzelner Lauttypen ( d.h. die Korrelation der Laute zu Verhalten und Physiologie), sowie die automatische tierindividuelle Zuordnung könnte eine nicht invasive Methode zur Analyse des emotionalen Zustandes bieten. Das zu entwickelnde System soll somit helfen, erkrankungsbedinge Verhaltensänderungen eines Einzeltieres in der Herde früher als bisher zu erkennen. Durch rechtzeitiges Eingreifen und Behandeln sind nicht nur Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen erreichbar, sondern auch eine entscheidende Verbesserung des Tierwohls und der Nachhaltigkeit.