Projekt


FoCus - Food Chain Plus. Verbund Fütterung und Tiergesundheit (TP B) (Kuh)

Kontakt: Prof. Dr. Cornelia C. Metges

Laufzeit: 2010-2015

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Zusammenfassung:
Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe haben eine potenziell günstige Wirkung auf die Gesundheit von Tier und Mensch. Die Effektivität von kommerziell erhältlichen, sekundären Pflanzeninhaltsstoffe bei Nutztieren ist jedoch weitgehend unbekannt. Die zunehmende Besorgnis von Verbrauchern gegenüber dem Einsatz von Pharmaka in der Produktion von tierischen Lebensmitteln erfordert eine detaillierte Untersuchung der Wirkungen dieser Stoffe. Flavonoide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die in unterschiedlicher Zusammensetzung in allen höheren Pflanzen vorkommen. Einige Flavonoide haben ein hepatoprotektives Potenzial. Studien mit Nagern und Schweinen ergaben, dass Quercetin eines der potentesten Flavonoide ist. Die Wirkungen auf den Stoffwechsel bei Wiederkäuern, und insbesondere bei Milchkühen sind weitgehend unbekannt. Ziel des Vorhabens war es deshalb, Bioverfügbarkeit, Metabolisierung und Wirkungen von Quercetin, Rutin und Catechinen (Grüntee-Extrakt) auf Leistung, Stoffwechsel und anti-oxidativen Status von Milchkühen in unterschiedlichen Leistungsstadien zu untersuchen. In Bioverfügbarkeitsstudien an Kühen zeigte sich, dass bei intraduodenaler Applikation Quercetinaglykon und Catechine bioverfügbar sind, nicht aber Quercetin nach intraduodenaler Applikation von Rutin. Demgegenüber lag bei intraruminaler Applikation von Quercetinaglycon die absolute Bioverfügbarkeit der Gesamtflavonole bei 0,1%. Wenn Quercetin jedoch in Form von Rutin intraruminal verabreicht wurde, verbesserte sich die Bioverfügbarkeit auf 0,5% was einen gewissen natürlichen Pansenschutz von Quercetin nahelegt. Bei intraruminaler Applikation von Catechin kommt es zu dessen vollständigem mikrobiellen Abbau. Nach 4-wöchiger intraduodenaler Applikation von Quercetin bei Milchkühen in etablierter Laktation war die Milchproteinkonzentration erhöht; es ergaben sich auch Hinweise auf eine leicht verbesserte Insulinsensitivität und –sekretion. Bei intraduodenalen Applikation von Quercetin von 3 Wochen vor bis 3 Wochen nach dem Kalben ergaben sich keine Effekte bei metabolischem Status, Energiestoffwechsel und Fettoxidation. Jedoch zeigten sich in den Quercetin-behandelten Kühen nach der Kalbung ein geringerer Anstieg der Aktivitäten von Leberenzymen, die als Indikatoren einer Leberschädigung angesehen werden, sowie ein tendenziell geringerer Anstieg des Leberfettgehalts. Eine 2-wöchige orale Applikation von Rutin in Milchkühen in etablierter Laktation zeigte keine Effekte im Hinblick auf Wärmeproduktion, Methanemission und Milchleistung. Zusammengefasst ergaben die Studien Hinweise auf positive gesundheitliche Effekte von Quercetin bei metabolisch belasteten Kühen. Dies sollte in weiteren Studien bestätigt werden.