Projekt


ERA - PigWatch - Die Kombination von "das Auge des Landwirts" und Präzisionslandwirtschaft zur Verbesserung des Wohlbefindens von Schweinen

Kontakt: Dr. Manuela Zebunke

Laufzeit: 2016-2019

Förderung: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Zusammenfassung:
Schwanzbeißen und Aggressionen bei Schweinen sind Verhaltensweisen, die Verletzungen verursachen, was sich wiederum auf Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität auswirkt. Lösungen für diese Verhaltensprobleme wurden umfangreich untersucht und schließen Schwanzkürzen, Umweltanreicherung und Erhöhung der Gruppenstabilität ein. Dennoch gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen Forschung und Praxis sowie zwischen Betrieben in der Effektivität dieser Maßnahmen. Es ist offensichtlich, dass die Landwirte selbst eine Schlüsselrolle spielen bei der Effektivität dieser "Standard-Empfehlungen". Das Experimentieren und Teilen ihrer Erfahrungen mit Wissenschaftlern und Beratern wird helfen, existierendes Wissen in betriebsspezifische, maßgeschneiderte Lösungen weiterzuentwickeln. Das Ziel von PigWatch ist es, zusammen mit Landwirten, tierbasierte Messungen zu entwickeln und anzuwenden, um den Schmerz, die Frustration und die negativen emotionalen Zustände zu vermeiden, die mit Schwanzbeißen und Aggressionen bei Schweinen assoziiert sind. Als Ausgangspunkt sollen das Wissen, das in FareWellDock und EU Welnet generiert wurde, sowie nationale Initiativen der teilnehmenden Länder genutzt werden. PigWatch möchte diese Entwicklungen auf zwei Ebenen fortsetzen: auf dem Betrieb und im Schlachthaus. In WP1 sollen tierbasierte Warnsignale entwickelt werden, die Schwanzbeißen und aggressives Verhalten auf Betrieben identifizieren und, wenn möglich, sogar vorhersagen können. Das soll Landwirten ermöglichen auf bevorstehende Probleme zu reagieren, bevor diese überhandnehmen. Es sollen Techniken der Präzisionslandwirtschaft entwickelt werden wie automatische Detektion von Verhaltensaktivität (Ohrmarken mit Beschleunigungssensoren) sowie Detektion von Verletzungen basierend auf dem Auftreten von Hämoglobin (Multispektrumkamera). In WP2 sollen tierbasierte Messungen genutzt werden, um das Auftreten von Schwanzbeißen und Hautläsionen zu überwachen mittels routinemäßig automatisch erhobener Daten im Schlachthaus. Diese Daten ermöglichen den Vergleich (Bench Marking) zwischen Betrieben sowie die Überwachung der Wirksamkeit von Lösungsansätzen zur Vermeidung von Schwanzbeißen und Aggressionen. Die dabei verwendete Technologie basiert auf der Analyse von Digitalbildern von lebenden Schweinen und Schlachtkörpern. Die Technik soll unter Laborbedingungen entwickelt, im Schlachthaus validiert und unter kommerziellen Bedingungen getestet werden. Die Gemeinschaft der Schweinehalter wird während des gesamten Projekts mit einbezogen werden via Betriebs Fokus Gruppen. Diese sollen helfen die geplanten innovativen Technologien zu entwickeln und zu verbreiten. PigWatch plant dies in den fünf teilnehmenden Ländern: Frankreich, Dänemark, Schweiz, Deutschland und Niederlande.