Projekt


Einfluss des coping-Typs auf Verhaltensflexibilität und Stressreaktivitat von Zwergziegen in Kontext von Lernversuchen

Kontakt: Dr. Susann Oesterwind

Laufzeit: 2014-2018

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Zusammenfassung:
In der Auseinandersetzung mit bestimmten Klassen von Umweltreizen werden kontextübergreifend stabile tierindividuelle Unterschiede in sowohl verhaltens- als auch physiologischen Reaktionsmustern beschrieben. Speziell in Hinblick auf die Bewältigung von Belastungssituationen hat man bei verschiedenen Tierarten zwei spezifische Muster von Verhaltens-, neuroendokrinen und autonomen Stressreaktionen identifiziert, die als coping-Strategien beschrieben werden. Man unterscheidet zwischen proaktivem und reaktivem coping. Tiere können sich konsistent darin unterscheiden, wie flexibel sie auf Umweltänderungen reagieren. Verhaltensflexibilität ist dabei definiert als die Fähigkeit eines Individuums auf Umweltreize zu reagieren und das Verhalten an veränderte Bedingungen anzupassen. Unterschiede in der Verhaltensflexibilität scheinen eine wichtige Komponente der oben beschriebenen coping-Typen zu sein, und können die Ursache von individuellen Unterschieden über eine Vielzahl von Verhaltensweisen und Situationen erklären. Ziel des Projektes ist es, bei weiblichen juvenilen Zwergziegen anhand von Verhaltenstests Vertreter der verschieden coping-Strategien zu bestimmen und den Einfluss des coping-Typs auf die Flexibilität im visuellen und räumlichen Lernverhalten zu untersuchen. Die Rolle des autonomen Nervensystems bei der Vermittlung von mentalem Stress wird evaluiert. Mögliche Unterschiede in der autonomen Regulationsfähigkeit zwischen den coping-Typen werden untersucht. In Haltung und Zucht von Nutztieren ist die Kenntnis über bestehende coping-Strategien und damit verbundene Effekte in Bezug auf Anpassungsfähigkeit und autonome Regulation von besonderer Bedeutung für das Wohlbefinden der Tiere.