Verhaltensbiologie und angewandte Ethologie bei Nutztieren
Wie erleben Nutztiere ihre Haltungsumwelt, wie bewältigen sie Belastungen und welche individuellen Unterschiede prägen ihr Verhalten? Die Arbeitsgruppe Verhalten & Tierwohl am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) untersucht die unmittelbaren (proximaten) und evolutionären (ultimaten) Ursachen des Verhaltens von Nutztieren sowie die verhaltensbiologischen Grundlagen des Tierwohls. Darauf aufbauend entwickelt sie wissenschaftlich fundierte Ansätze für eine tiergerechte Nutztierhaltung.
Mithilfe theoretischer Ansätze und tierexperimenteller Methoden erforschen wir, wie Schweine, Rinder, Zwergziegen und Geflügel mit ihrer sozialen und räumlichen Haltungsumwelt interagieren. Im Mittelpunkt stehen affektive Bewertungsprozesse, die physische und psychische Anpassungsfähigkeit sowie individuelle und soziale Entwicklungsprozesse.
Darüber hinaus untersuchen wir individuelle Persönlichkeitsmerkmale und Bewältigungsstrategien (Personality und Coping). Sie beeinflussen, wie Tiere neue, herausfordernde oder belastende Situationen wahrnehmen und bewältigen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse und Phänotypisierung affektiven Verhaltens. Tiere können mehrdeutige Situationen beispielsweise eher positiv oder negativ bewerten. Dieses als kognitive Verzerrung (Cognitive Bias) bezeichnete Phänomen kann Hinweise auf ihre emotionale Verfassung geben.
Insbesondere bei Schweinen analysieren wir zudem affektiv geprägte Lautäußerungen. Solche Vokalisationen können Informationen über Emotionen, Bedürfnisse und den aktuellen Zustand eines Tieres liefern und damit zur objektiven Beurteilung des Tierwohls beitragen.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf grundlegenden Fragen des Lernverhaltens und der Kognition bei Nutztieren. Dabei dienen unter anderem Zwergziegen als Modelltiere. Wir untersuchen, wie sie Informationen aufnehmen, Aufgaben lösen, Entscheidungen treffen und sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen.
Wir entwickeln und erproben Verfahren zum Monitoring des Aktivitäts- und Sozialverhaltens. In einem experimentellen Ansatz untersuchen wir beispielsweise die freiwillige, selbstinitiierte Nutzung eines Laufbands durch Schweine sowie deren Auswirkungen auf Wohlbefinden, Physiologie und Gesundheit.
Zudem setzen wir digitale Technologien und Methoden des Smart Livestock Farming ein, um beispielsweise Lösungen für ein autonomes Herden- und Weidemanagement für Rinder zu entwickeln. Ergänzend analysieren wir die Aktivität des autonomen Nervensystems in verschiedenen Verhaltenskontexten mithilfe invasiv-telemetrischer und nichtinvasiver Verfahren.
Ziel unserer Forschung ist es, Haltungsbedingungen stärker an den Bedürfnissen, Emotionen und Fähigkeiten der Tiere auszurichten und das Tierwohl nachhaltig zu verbessern. Die Leitung der Arbeitsgruppe ist mit der Professur für Verhaltenskunde an der Fakultät für Agrar, Bau und Umwelt (AUF) der Universität Rostock verbunden.
|
Dr. rer. nat. Sandra Düpjan
Verhalten und Haltung
+49 38208 68-812
| E-Mail
|
+49 38208 68-812 | ||||
|
Dr. rer. nat. Jan Langbein
Verhalten und Haltung
+49 38208 68-814
| E-Mail
|
+49 38208 68-814 | ||||
|
Dr. agr. Christian Nawroth
Verhalten und Haltung
+49 38208 68-805
| E-Mail
|
+49 38208 68-805 |
|
Jana Deutsch
Verhalten und Haltung
+49 38208 68-981
| E-Mail
|
+49 38208 68-981 | ||||
|
Akin Kaki
Verhalten und Haltung
+49 38208 68-981
| E-Mail
|
+49 38208 68-981 | ||||
|
Steve Lebing
+49 38208 68-813
| E-Mail
|
+49 38208 68-813 | ||||
|
Fredrick Sammo
+49 38208 68-980
| E-Mail
|
+49 38208 68-980 | ||||
|
Merle Teitscheid
+49 38208 68-645
| E-Mail
|
+49 38208 68-645 | ||||
|
Annika Maria Kurz
Verhalten und Haltung
+49 38208 68-645
| E-Mail
|
+49 38208 68-645 | ||||
|
Lina Brüling
+49 38208 68-813
| E-Mail
|
+49 38208 68-813 |