Zweinutzungshuhn, Insektenfutter und Phosphoreffizienz – wie ist der Stand der Forschung?

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Deutsche Vereinigung für Geflügelwissenschaft tagt in Rostock.

Die Nachfrage und Produktion von Erzeugnissen aus der Geflügelhaltung steigt seit Jahren konstant; der Konsum von ca. 220 Eiern und 20 kg Geflügelfleisch pro Kopf übersteigt die Produktionsleistung der rund 45 Mio Legehennen und 94 Mio Masthühnern in Deutschland. Deutschland ist somit ein Nettoimporteur von Geflügelprodukten. Dabei sind wir hinsichtlich der tier- und umweltfreundlichen Gestaltung der Geflügelhaltung weltweit ein Vorreiter. Am 10. und 11. März kommen die Mitglieder der Deutschen Vereinigung für Geflügelwissenschaft e.V. zu ihrer Frühjahrstagung in Rostock zusammen. Tagungsorte werden das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf sowie die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock sein. Auf der Konferenz werden aktuelle Forschungsthemen von Fachleuten aus Universitäten, Unternehmen und dem FBN zum Nutztier Geflügel sowie neueste Erkenntnisse vorgestellt. Die Vertreter der Medien sind recht herzlich zur Tagung eingeladen (s. Programm).

Aufgrund des steigenden Forschungsbedarfes in der Geflügelnutzung und der Suche nach Alternativen in der Haltung hat das FBN vor vier Jahren seine Forschungsaktivitäten erweitert. Dafür wurde ein Stallgebäude in Dummerstorf zu einer modernen Experimentalanlage Geflügel umgebaut. Die inzwischen erzielten Forschungsergebnisse spielen auch eine große Rolle auf der Frühjahrstagung der Deutschen Vereinigung für Geflügelwissenschaft e.V. in der kommenden Woche. Ein Schwerpunkt ist unter anderem die Haltung von Zweinutzungshühnern. Dabei geht es vor allem um die Machbarkeit des Einsatzes eines Zweinutzungshuhns sowohl für die Mast als auch für die Eierproduktion, um auch männliche Küken in die Produktionsabläufe zu integrieren. Weitere Themen sind der effiziente Einsatz des wertvollen und immer knapper werdenden Rohstoffes Phosphor sowie der alternative Einsatz von Insektenproteinen aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege in der Fütterung. Darüber hinaus werden Management- und Hygienemaßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls, die Reduzierung von Antibiotikaresistenzen sowie technische Lösung zur Abluftreinigung besprochen.

Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt
Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen
Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen
Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 19.100 Personen, darunter 9.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.
www.leibniz-gemeinschaft.de

Fotos FBN:
Geflügelfleisch erfreut sich weltweit steigender Beliebtheit. Dennoch steht die Branche vor vielen Herausforderungen. Aktuell laufen in Dummerstorf mehrere Forschungsprojekte, hier Dr. Norbert K. Borowy (vo.) und Dr. Gürbüz Daş in der Experimentalanlage Geflügel.

Anlage: Programm


Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)
Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
Vorstand: Prof. Klaus Wimmers
T +49 38208-68 600
E wimmers@fbn-dummerstorf.de

Wissenschaftsorganisation Dr. Norbert K. Borowy
T +49 38208-68 605
E borowy@fbn-dummerstorf.de
www.fbn-dummerstorf.de

 


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Mitglieder des Präsidiums und Vorstands der Deutschen Vereinigung für Geflügelwissenschaft e.V., sowie Sprecher und Organisatoren der Frühjahrstagung.