An der in der renommierten Zeitschrift Current Biology veröffentlichten Studie war Frau Dr. Charlotte Goursot von der Arbeitsgruppe Verhalten und Tierwohl des FBN beteiligt. Frau Dr. Goursot, die am FBN mit einem von der DFG geförderten Projekt zur funktionellen Lateralisation beim Schwein promoviert hat, konnte ihre Expertise in diese internationale Forschergruppe einbringen.
Alle Tiere sind im Schlaf besonders verletzlich. Da Katzen bevorzugt in erhöhter Position schlafen, können sie beim Aufwachen Raubtiere oder Beute sofort mit der linken Seite ihres Gesichtsfeldes sehen, die von der rechten Gehirnhälfte verarbeitet wird. Da die rechte Gehirnhälfte über ausgeprägte räumliche Fähigkeiten verfügt und schnelle Flucht- und möglicherweise auch Jagdbefehle koordinieren kann, würde das Schlafen auf der linken Seite als Überlebensstrategie einen evolutionären Vorteil bieten. Die Forscher analysierten 408 öffentlich zugängliche YouTube-Videos, in denen eine einzelne Katze deutlich sichtbar in einer Schlafposition auf einer Seite lag und mindestens zehn Sekunden lang vollständig zu sehen war, d. h. von Kopf bis Hinterbeinen. Berücksichtigt wurden nur Originalvideos; alle gespiegelten oder anderweitig veränderten Videos wurden ausgeschlossen. Das Ergebnis war eindeutig: In zwei Dritteln der Videos schlief die Katze auf der linken Seite.
Originalpublikation:
Isparta S, Ocklenburg S, Siniscalchi M, Goursot C, Ryan CL, Doucette TA, Reinhardt PR, Gosse R, Cildir ÖS, d’Ingeo S, Freund N, Güntürkün O, Salgirli Demirbas Y (2025): Lateralized sleeping positions in domestic cats. Current Biology 35, R597-R598 (https://doi.org/10.1016/j.cub.2025.04.043)
Link zum Artikel: https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(25)00507-X