Kühe rufen ihre fruchtbaren Tage aus

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Der Verhaltensphysiologe Dr. Peter Christian Schön hat herausgefunden, dass Milchkühe kurz vor und während der Hochbrunst besonders häufig und auf eine bestimmte, brüllende Art rufen

Jede Kuh ist nur etwa alle zwanzig Tage 18 Stunden lang empfängnisbereit. Den genauen Zeitpunkt der Empfängnisbereitschaft der Kuh zu erkennen, ist wesentlich für die Wirtschaftlichkeit einer Milchproduktionsanlage, denn Kühe geben nur Milch, nachdem sie ein Kalb zur Welt gebracht haben. Die Befruchtung erfolgt in den allermeisten Fällen heutzutage durch künstliche Besamung. Dies ist ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Es ist daher wünschenswert, dass dem Personal einer Milchviehanlage die Besamungsbereitschaft einer Kuh zuverlässig angezeigt wird.

Am Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf hat der Verhaltensphysiologe Dr. Peter Christian Schön herausgefunden, dass Milchkühe kurz vor und während der Hochbrunst besonders häufig und auf eine bestimmte, brüllende Art rufen. Fortpflanzungsbiologen des FBN konnten durch begleitende Hormonanalysen zeigen, dass das gehäufte Auftreten dieser Lautäußerungen in allen untersuchten Fällen nur bei Empfängnisbereitschaft vorkam.

Diese Ergebnisse bahnen den Weg, einen automatischen akustischen Detektor zu entwickeln, den die Kuh zum Beispiel am Hals trägt. Ein solches Gerät würde anzeigen, dass die betreffende Kuh in den letzten Stunden besonders häufig gebrüllt hat und so ihre aktuelle Empfängnisbereitschaft kundtut. Das Verfahren dafür ist bereits zum Patent angemeldet worden.

Das FBN Dummerstorf erforscht die funktionale Biodiversität von Nutztieren in ihrer Umwelt als Grundlage der Domestikation und als wesentliche Komponente einer nachhaltigen Landwirtschaft und der menschlichen Ernährung. Das FBN ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, der 84 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung angehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, arbeiten interdisziplinär und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Da sie Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse betreiben, werden sie von Bund und Ländern gemeinsam gefördert.

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