Forschungsergebnisse in Current Biology veröffentlicht: Durch „Kuhtoilette“ Ammoniakemissionen verringern

|   Aktuelles

Die Hinterlassenschaften von Kühen können zu einem Problem werden – vor allem, wenn sie in Ställen untergebracht sind, in denen sich Urin und Kot vermischen. Denn dadurch wird Ammoniak erzeugt, ein indirektes Treibhausgas.

In einem Artikel (https://doi.org/10.1016/j.cub.2021.07.011), der am 13. September in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde , zeigen Forschende auf dem Institut für Verhaltensphysiologie am FBN, der University of Auckland und des FLI für Tierschutz und Tierhaltung Celle, wie Kühe darauf trainiert werden können, ihren Urin nur an bestimmten Stellen im Stall abzulassen. So können die Ausscheidungen gesammelt und behandelt und vor allem Emissionen reduziert werden.

„Normalerweise geht man davon aus, dass Rinder nicht in der Lage sind, ihren Stuhlgang oder ihr Urinieren zu kontrollieren", sagt Dr. Jan Langbein vom Institut für Verhaltensphysiologie (FBN), „Rinder sind, wie viele andere Tiere oder Nutztiere auch, ziemlich intelligent und lernfähig. Warum sollten sie nicht auch lernen können, wie man eine Toilette benutzt?"

Trainiert wurde in eigens für Kälber errichteten Latrinen. Urinausscheidungen außerhalb der Latrine wurden mit einer kurzen Dusche bestraft, wohingegen sie in der Latrine nach einer Urinausscheidung belohnt wurden. „Man muss versuchen, die Tiere in den Prozess einzubeziehen“, erläutert Dr. Langbein.

Im Laufe einiger Wochen gelang es dem Forschungsteam, 11 der 16 Kälber erfolgreich zu trainieren. Bemerkenswerterweise zeigten die Kälber ein Leistungsniveau, das mit dem von Kindern vergleichbar und dem von sehr jungen Kindern überlegen war.

Langbein ist optimistisch, dass sich diese Erfolgsquote mit mehr Training weiter verbessern lässt. „Nach zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren Forschung mit Rindern wissen wir, dass Tiere eine eigene Persönlichkeit haben und mit verschiedenen Dingen auf unterschiedliche Weise umgehen. Sie sind nicht alle gleich.“

Die Forschungsergebnisse sollen in die Praxis in Rinderställe und auf Freilandanlagen übertragen werden und dort sowohl die Stallsauberkeit verbessern und damit das Infektionsrisiko für die Tiere senken als auch die entstehenden Emissionen verringern.


Zurück
FBN Kalb Latrine