„Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“

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Workshop zur Zukunft der Proteinproduktion

Im Rahmen des Verbundprojektes „Proteinparadoxa“ des Leibniz-Forschungsverbundes „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ fand in der letzten Maiwoche ein 3-tägiger Workshop zur Zukunft der Proteinproduktion statt. Das Projekt „Proteinparadoxa“ dient im Besonderen der Förderung von PostDocs und Nachwuchswissenschaftlern, welchen mit einer Reihe von Workshops und Veranstaltungen im Rahmen dieses Projektes die Möglichkeit gegeben wird, thematisch übergeordnete Fragestellungen zu diskutieren sowie Lösungs- und Forschungsansätze zu entwickeln.
Nachwuchswissenschaftler aus unterschiedlichen Leibniz-Instituten und Partnereinrichtungen diskutierten mit internationalen Gastwissenschaftlern wissenschaftliche Fragestellungen in einem innovativen, interdisziplinären Ansatz. Das Tagungszentrum des Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf bietet hierfür eine hervorragende Infrastruktur.
Um Leistungsfähigkeit und Grenzen der momentanen Proteinproduktion im Hinblick auf steigende Bedarfe durch wachsende Weltbevölkerung, sowie limitierte Produktion aufgrund der Problematik von Klimawandel und Ressourcenknappheit auszuloten, wurden die Themen Bewässerung, Selbstversorgung und ökologischer Landbau in extremen Szenarien diskutiert.
Was wäre, wenn nur noch ökologischer Landbau in der EU erlaubt ist? Wie sähe die Agrarlandschaft ohne Bewässerung aus? Und was passiert, wenn sich eine Region selbst versorgen muss? Dabei stand zunächst die Begutachtung des momentanen IST-Zustandes im Vordergrund. Wo wird in Europa bewässert und womit? Gibt es einheitliche Definitionen für ökologischen Landbau? Wieviel Agrarfläche wird pro Kopf und Jahr benötigt um den derzeitigen Nahrungsbedarf zu decken?
Die Diskussionen wurden kontrovers geführt und die Szenarien aufgrund des interdisziplinären Teilnehmerfeldes vielschichtig betrachtet. Auch die möglichen positiven und/oder negativen Auswirkungen der drei gewählten Szenarien im Hinblick auf Produktion, Umwelt und Verbraucher sowie mögliche Lösungsansätze und deren Durchführbarkeit wurden diskutiert. Neben dem Klimawandel zeigen sich auch die Endlichkeit von Ressourcen, wie Wasser, Boden und Biodiversität, sowie gesellschaftliche Akzeptanz und soziale Konsequenzen, u. a. für ländliche Räume, als kritische Faktoren für eine Sicherung der Proteinversorgung in der Zukunft. Die Ergebnisse dieses intensiven und erfolgreichen Workshops sollen zeitnah in einem peer-review-Journal publiziert werden.

Bild (FBN): Die Teilnehmer des Workshops 


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